Peter-Henlein-Preis 2026: Innovationen aus Bamberg, Wendelstein und Greding ausgezeichnet
Pressemitteilung · 1. November 2026

Preisverleihung des Peter-Henlein-Preises 2026 auf der iENA in Nürnberg.
Bildnachweis: Foto: Daniel Karmann/iena.de
Alkoholfreies Bier auch für kleinere Brauereien, digital gesteuerte Bio-Pilzzucht und ein neuartiges Klassenzimmer: Drei fränkische Entwicklungen überzeugen beim Peter-Henlein-Preis 2026 auf der internationalen Erfindermesse in Nürnberg.
Nürnberg, 1. November 2026. Der Peter-Henlein-Preis für fränkischen Erfindergeist 2026 ist vergeben. Bei der Preisverleihung am Samstag, 31. Oktober, auf der internationalen Fachmesse für Ideen, Erfindungen und Neuheiten (iENA) in Nürnberg wurden drei Innovationen aus Ober- und Mittelfranken ausgezeichnet. Den ersten Platz belegte die Bamberger Brauereimaschinenfabrik KASPAR SCHULZ mit ihrer Entalkoholisierungsanlage SCHULZ Wizard. Platz zwei ging an FUNGI FRANKONIA aus Wendelstein für eine digital gesteuerte Bio-Pilzproduktion. Den dritten Platz erhielt die trend interior GmbH aus Greding für das Innovationsklassenzimmer takerspace.
„Der Fränkische Erfindergeist lebt - und er ist vielfältig, einfallsreich und praxisorientiert. Er steckt in künstlicher Intelligenz genauso wie im Maschinenbau, in Familienunternehmen oder jungen Start-ups. Mit dem Peter-Henlein-Preis wollen wir diese Vielfalt sichtbar und eine Vernetzung möglich machen.", erklärt Roland Weiniger, Präsident der Peter-Henlein-Gesellschaft.
Die Preise überreichten die beiden Landtagsabgeordneten Björn Jungbauer (Freie Wähler) und Felix Locke (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Ben Schwarz (SPD), Landrat des Landkreises Roth. Alle drei unterstützen den Peter-Henlein-Preis als Schirmherren.
1. Platz: KASPAR SCHULZ – Alkoholfreies Bier auch für kleinere Brauereien
Alkoholfreies Bier wird immer beliebter. Für kleinere und mittelständische Brauereien ist die Herstellung allerdings technisch aufwendig. Die Bamberger Brauereimaschinenfabrik KASPAR SCHULZ hat dafür den SCHULZ Wizard entwickelt.
Die Anlage entzieht bereits gebrautem Bier mithilfe eines Vakuumverfahrens den Alkohol. Dabei wird das Bier nur vergleichsweise gering erhitzt, um seine geschmacklichen Eigenschaften möglichst zu erhalten. Die Anlage kann den Alkoholgehalt auf unter 0,5 Prozent reduzieren und übernimmt zusätzlich Aufgaben wie Kurzzeiterhitzung und Karbonisierung. Damit können auch kleinere und mittelständische Brauereien ihr eigenes alkoholfreies Bier herstellen, ohne dafür mehrere separate Anlagen anschaffen zu müssen.
Den ersten Preis nahm Johannes Schulz-Hess, Inhaber und Geschäftsführer von KASPAR SCHULZ, entgegen. Das traditionsreiche Bamberger Unternehmen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1677 zurückreicht, zeigt damit, wie sich jahrhundertealte Maschinenbaukompetenz heute mit innovativer Technologie verbinden lässt, um neue Marktchancen zu erschließen.
2. Platz: FUNGI FRANKONIA – Pilzzucht mit digital gesteuerten Wachstumsbedingungen
Pilze benötigen je nach Sorte unterschiedliche Bedingungen, um optimal zu wachsen. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Frischluft und weitere Umweltfaktoren müssen möglichst genau aufeinander abgestimmt werden.
FUNGI FRANKONIA aus Wendelstein im Landkreis Roth hat dafür eine eigene digitale Steuerung entwickelt. Die Innovation Thallus verbindet die Überwachung und Regelung der Wachstumsbedingungen mit der Organisation der Produktion.
Noah Müller und sein Team von FUNGI FRANKONIA produziert unter anderem Shiitake, Kräuterseitlinge und Igelstachelbart und beliefert auch die regionale Spitzengastronomie.
3. Platz: trend interior – Ein Klassenzimmer, das sich dem Lernen anpasst
Die meisten Klassenzimmer sind nach einem vertrauten Prinzip eingerichtet: Tische, Stühle, Tafel. Unterschiedliche Lernformen müssen sich an diesen Raum anpassen.
Die trend interior GmbH aus Greding im Landkreis Roth dreht dieses Prinzip mit ihrem Innovationsklassenzimmer takerspace um. Flexible, wabenförmige Möbelmodule schaffen unterschiedliche Bereiche für konzentriertes Arbeiten, Gruppenprojekte, Austausch und Rückzug. Auch bislang wenig genutzte Flächen können in die Lernumgebung einbezogen werden.
Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt das Innovationsklassenzimmer an der Mittelschule Schnaittach. Dort wurde das Raumkonzept gemeinsam mit pädagogischen Partnern umgesetzt.
Hinter der Entwicklung steht das Gredinger Unternehmen um Geschäftsführer Dr. Christian Hilz. Das Projekt verbindet Handwerk, Raumgestaltung und pädagogische Anforderungen zu einer neuen Form der Lernumgebung.
37 Einreichungen aus ganz Franken
Der Peter-Henlein-Preis 2026 stieß in allen drei fränkischen Regierungsbezirken auf Interesse. Insgesamt wurden 37 Innovationen eingereicht, 26 davon gingen in die Jurybewertung. Zehn Projekte erreichten die Finalrunde.
Die Bandbreite der Bewerbungen reichte von technischen Lösungen für Industrie und Landwirtschaft über digitale Anwendungen bis zu neuen Ansätzen in Bildung, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.
Der Peter-Henlein-Preis soll mehr als eine Auszeichnung sein
Mit dem Peter-Henlein-Preis würdigt die Peter-Henlein-Gesellschaft den Erfindergeist in Franken. Gleichzeitig möchte sie dazu beitragen, dass innovative Ideen und Entwicklungen neue Möglichkeiten erhalten. Das gilt nicht nur für die drei Preisträger, sondern auch für die weiteren Einreichungen.
Dazu bringt die Gesellschaft Erfinder, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen zusammen. So können neue Kooperationen entstehen, Technologien weiterentwickelt, zusätzliche Anwendungen erschlossen oder konkrete Projekte angestoßen werden.
Die nächste Bewerbungsrunde für den Peter-Henlein-Preis 2027 beginnt am 2. Januar 2027.
Über die Peter-Henlein-Gesellschaft
Die Peter-Henlein-Gesellschaft für fränkischen Erfindergeist e. V. beschäftigt sich mit Erfindungen, Innovationen und ihrer Geschichte in Ober-, Mittel- und Unterfranken. Namensgeber ist der Nürnberger Uhrmacher Peter Henlein, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu den Wegbereitern tragbarer Uhren gehörte. Mit dem Peter-Henlein-Preis würdigt die Gesellschaft zeitgenössischen Erfindergeist und unterstützt den Austausch zwischen Erfindern, Unternehmen, Forschung und möglichen Anwendern.
Weitere Informationen: www.peter-henlein.org
Der Peter-Henlein-Preis beschäftigt sich mit frühem Erfindergeist, Innovation und neuen Technologien aus Franken.
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Einreichungsschluss: 02. Oktober 2026, 18:00 Uhr. Offen für frühe Ideen, Prototypen und Erfindungen aus Franken.