Peter-Henlein-Preis 2026 · Bauwirtschaft
Was wurde auf Ihrer Baustelle entwickelt?
Vielleicht ist es eine Vorrichtung, die einen Arbeitsschritt sicherer macht. Eine digitale Lösung, die Planung und Baustelle besser verbindet. Ein veränderter Prozess, der Material, Zeit oder Energie spart. Oder eine Maschine, ein Bauteil oder ein Verfahren, das aus einem ganz konkreten Problem entstanden ist.
In Bauunternehmen werden jeden Tag Lösungen entwickelt. Nicht alle sollen später als Produkt verkauft werden. Manche bleiben bewusst im eigenen Betrieb. Auch darin kann Erfindergeist stecken.
Der Peter-Henlein-Preis 2026 sucht frühe Entwicklungen aus der fränkischen Bauwirtschaft.
Einreichungsschluss: 2. Oktober 2026 · Einreichung und Auszeichnung sind kostenfrei.

Innovation ist nicht immer das fertige Bauwerk
Ein außergewöhnliches Gebäude ist nicht automatisch eine Erfindung. Interessant für den Peter-Henlein-Preis ist die eigene Entwicklung dahinter.
Das kann ein neuartiges Bauteil sein. Es kann aber genauso gut um die Frage gehen, wie Material bewegt, ein Bauablauf dokumentiert, eine Maschine eingesetzt, ein Arbeitsschritt abgesichert oder ein Prozess zwischen Büro und Baustelle organisiert wird.
Entscheidend ist nicht die Größe des Projekts. Entscheidend ist, ob für ein konkretes Problem eine eigene Lösung entwickelt wurde.
„Nicht das größte Bauprojekt ist automatisch die interessanteste Einreichung. Manchmal steckt die eigentliche Innovation in einem einzigen Arbeitsschritt."
Wo in der Bauwirtschaft Erfindergeist entstehen kann
Baustelle und Bauausführung
- selbst entwickelte Montagehilfen
- veränderte Arbeitsverfahren
- Lösungen für schwer zugängliche Baustellenbereiche
- neue Formen der Vermessung oder Positionierung
- Vorrichtungen für Transport, Einbau oder Sicherung
- Verbesserungen an Werkzeugen und Maschinen
Planung und digitale Baustelle
- eigene Software
- BIM-Anwendungen und Schnittstellen
- digitale Baudokumentation
- mobile Datenerfassung
- Sensorik und IoT
- KI-Anwendungen für konkrete Arbeitsabläufe
- Verbindung von Planung, Logistik und Ausführung
Baulogistik und Prozesse
- Material- und Liefersteuerung
- digitale oder technische Zutrittslösungen
- Koordination von Nachunternehmen
- Baustellenkommunikation
- automatisierte Dokumentation
- Vermeidung von Wartezeiten und Doppelarbeit
- interne Prozessverbesserungen
Materialien und Bauteile
- neue oder veränderte Baustoffe
- wiederverwendbare Bauteile
- modulare und serielle Lösungen
- recyclinggerechte Konstruktionen
- Reparatur- und Sanierungslösungen
- Materialkombinationen
- ressourcenschonende Herstellungsverfahren
Energie, Wasser und Klimaschutz
- Elektrifizierung von Baumaschinen
- intelligente Energiesysteme
- Lösungen für Netzanschlüsse auf Baustellen
- Wasseraufbereitung und Wassereinsparung
- CO₂-reduzierte Verfahren
- Wiederverwendung von Baustoffen
- Anpassungen an Hitze, Starkregen oder andere Klimafolgen
Arbeitssicherheit und Entlastung
- technische Schutzvorrichtungen
- ergonomische Hilfsmittel
- Lösungen für körperlich belastende Arbeiten
- digitale Warn- und Assistenzsysteme
- Automatisierung gefährlicher Tätigkeiten
- bessere Orientierung auf komplexen Baustellen
Zur Orientierung
Was allein noch keine eigene Innovation ist
Der Einsatz einer gekauften Standardsoftware, einer handelsüblichen Maschine oder eines bereits verfügbaren Bauprodukts ist für sich genommen noch keine eigene Entwicklung.
Interessant kann es werden, wenn ein Unternehmen die Technik wesentlich angepasst, verschiedene Systeme neu verbunden oder für ein konkretes Problem einen eigenen Lösungsweg entwickelt hat.
Auch ein Bauprojekt als Ganzes reicht nicht automatisch aus. Die Einreichung sollte benennen können, was darin tatsächlich neu entwickelt, verändert oder erprobt wurde.
Welcher Weg passt zum Unternehmen?
Hauptpreis
Für Einzelpersonen, Start-ups, Handwerk und teilnahmeberechtigte KMU
Wer eine frühe Idee, einen Prototyp oder eine neue Lösung aus Franken entwickelt hat, kann sich im regulären Wettbewerb des Peter-Henlein-Preises bewerben, sofern die offiziellen Teilnahmebedingungen erfüllt sind.
Sonderpreis Industrie
Für größere Bauunternehmen und betriebliche Entwicklungsteams
Auch größere Unternehmen können teilnehmen. Der Sonderpreis Industrie würdigt technische Entwicklungen, Verfahren und Prozessverbesserungen aus fränkischen Betrieben – unabhängig davon, ob daraus später ein Produkt für den Markt werden soll.
Eine bereits intern eingesetzte Lösung kann ausdrücklich berücksichtigt werden. Marktpotenzial, Vermarktungsabsicht und externe Übertragbarkeit sind beim Sonderpreis Industrie keine Bewertungskriterien.
Maßgeblich ist, dass ein wesentlicher Teil der Entwicklung, Produktion oder betrieblichen Anwendung in Franken stattfindet. Der Konzernsitz muss nicht zwingend in Franken liegen.
Könnte Ihre Entwicklung passen?
Fünf kurze Fragen als erste Einschätzung. Der Selbstcheck arbeitet ausschließlich in Ihrem Browser. Es werden keine Daten gespeichert oder übertragen.
- 01Gab es ein konkretes Problem auf der Baustelle oder im Unternehmen?
- 02Wurde dafür eine eigene Lösung entwickelt, angepasst oder neu kombiniert?
- 03Gibt es bereits eine Skizze, einen Versuch, einen Prototyp, einen Umbau oder einen praktischen Einsatz?
- 04Kann erklärt werden, was gegenüber dem bisherigen Vorgehen besser, sicherer, schneller, präziser oder ressourcenschonender ist?
- 05Lässt sich die Grundidee beschreiben, ohne vertrauliche technische Einzelheiten offenzulegen?
Wer hatte eigentlich die Idee?
Auf einer Baustelle entstehen Lösungen selten vollständig allein. Ein Polier erkennt ein Problem. Eine Maschinenführerin schlägt eine Änderung vor. Die Arbeitsvorbereitung entwickelt den Ablauf weiter. Ein Zulieferer verändert ein Bauteil. Gemeinsam wird getestet und nachgebessert.
Solche Entwicklungen sollen nicht durchs Raster fallen, nur weil mehrere Menschen oder Unternehmen beteiligt waren.
Bei einer Einreichung müssen Rechte, Urheberschaft und die Zustimmung des Unternehmens beziehungsweise der beteiligten Partner geklärt sein. Eine betriebliche Einreichung muss vom Unternehmen autorisiert werden.
„Eine Auszeichnung kann auch die Menschen sichtbar machen, deren praktische Ideen im Arbeitsalltag sonst kaum öffentlich wahrgenommen werden."
Eine gute Lösung muss nicht verkauft werden
Viele betriebliche Entwicklungen sind gerade deshalb wertvoll, weil sie im eigenen Unternehmen einen Vorsprung schaffen.
Vielleicht reduziert eine Lösung Rüstzeiten. Vielleicht verhindert sie Fehler. Vielleicht verbessert sie die Arbeitssicherheit, spart Material oder verbindet Daten, die vorher getrennt waren.
Eine solche Entwicklung muss nicht für andere Unternehmen bestellbar sein. Sie muss auch nicht zur Marktreife geführt werden.
Für größere Unternehmen und betriebliche Teams gibt es dafür den Sonderpreis Industrie.
Die Jury muss die Lösung verstehen – nicht jedes Betriebsgeheimnis kennen
Einreichungen werden vertraulich behandelt und anonymisiert an die Jury weitergeleitet. Für die Bewertung muss nachvollziehbar sein:
- Welches Problem bestand?
- Wie funktioniert das Lösungsprinzip?
- Was wurde selbst entwickelt oder wesentlich verändert?
- Welchen Entwicklungsstand hat die Lösung?
- Welche Wirkung wurde beobachtet oder gemessen?
Nicht erforderlich sind vollständige Konstruktionsunterlagen, Quellcodes, Kalkulationen, Rezepturen, Lieferantenkonditionen oder andere Informationen, aus denen Wettbewerber die Lösung nachbauen könnten. Wenn absolute Werte vertraulich sind, können auch relative Verbesserungen oder nachvollziehbare betriebliche Beobachtungen verwendet werden.
So viel wie nötig, so wenig wie möglich
Nicht jede Entwicklung braucht denselben nächsten Schritt
Der Peter-Henlein-Preis ist nicht nur eine Auszeichnung. Er versteht sich als Frühphasennetzwerk. Je nach Entwicklung können Kontakte sinnvoll sein zu:
Nicht jeder Kontakt kann garantiert werden. Entscheidend ist, was der jeweiligen Entwicklung konkret fehlt.
Von der Baustelle auf eine internationale Erfindermesse
Ausgewählte Preisträger können ihre Entwicklung auf dem Gemeinschaftsstand des Peter-Henlein-Preises bei der internationalen Erfindermesse iENA in Nürnberg präsentieren.
Für den Sonderpreis Industrie ist eine öffentliche Präsentation keine Voraussetzung. Ein ausgezeichnetes Unternehmen entscheidet selbst, welche Informationen gezeigt werden dürfen. Wenn der Schutz von Betriebswissen es verlangt, kann die Darstellung auf das Team, das gelöste Problem oder die erreichte Wirkung begrenzt werden.
iENA: 30. Oktober bis 2. November 2026
Peter-Henlein-Preis 2026
Vielleicht wird Ihre Lösung längst jeden Tag benutzt
Vielleicht hängt die Zeichnung noch in der Werkstatt. Vielleicht ist die Vorrichtung bereits auf mehreren Baustellen im Einsatz. Vielleicht hat sich ein veränderter Ablauf längst bewährt, ohne dass jemand ihn bisher als Innovation bezeichnet hat.
Schauen Sie genauer hin. Und fragen Sie die Menschen, die jeden Tag damit arbeiten.
Der Peter-Henlein-Preis sucht frühe Entwicklungen aus der fränkischen Bauwirtschaft.
Einreichungsschluss: 2. Oktober 2026 · Einreichung und Auszeichnung sind kostenfrei.