Lauf bringt industrielle Erfahrung in den Peter-Henlein-Preis ein

Thomas Lang, Erster Bürgermeister der Stadt Lauf an der Pegnitz und Jurymitglied des Peter-Henlein-Preises 2026, mit Roland Weiniger, Präsident der Peter-Henlein-Gesellschaft. Gemeinsam wollen sie dazu beitragen, frühe Ideen und Erfindergeist aus Lauf und dem Nürnberger Land sichtbarer zu machen.
Foto: Andreas Kirchmayer/ Stadt Lauf
Thomas Lang, Erster Bürgermeister der Stadt Lauf an der Pegnitz, unterstützt den Peter-Henlein-Preis 2026 als Jurymitglied. Im Gespräch mit Roland Weiniger, Präsident der Peter-Henlein-Gesellschaft, ging es auch um die besondere Rolle Laufs in der fränkischen Innovationslandschaft.
Innovation entsteht in Franken nicht nur an Hochschulstandorten, in großen Forschungszentren oder in den Entwicklungsabteilungen internationaler Konzerne. Sie entsteht ebenso in mittelständischen Betrieben, Werkstätten und Produktionshallen – häufig dort, wo technisches Wissen über Jahrzehnte gewachsen ist und konkrete Probleme gelöst werden müssen. Lauf an der Pegnitz steht beispielhaft für diese Form des Erfindergeists.
Die Stadt ist ein eigenständiger industrieller Knotenpunkt innerhalb der Metropolregion Nürnberg. Lauf gilt seit Beginn des 20. Jahrhunderts als bedeutendes Zentrum der technischen Keramik. Hinzu kommen Unternehmen aus der Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie aus dem Fahrzeug- und Maschinenbau. Viele ihrer Produkte sind außerhalb der Fachwelt kaum sichtbar, kommen aber in anspruchsvollen Bereichen wie Medizin-, Mess- und Sensortechnik, Luftfahrt, Elektronik oder Automobilbau zum Einsatz. Weitere Informationen zum Wirtschaftsstandort Lauf
Zugleich macht das Industriemuseum Lauf anschaulich, auf welchem Fundament diese Entwicklung steht. Wasserkraft, Hammerwerk, Dampfmaschine und eine vollständig erhaltene Ventilfabrik erzählen davon, wie aus handwerklichem Können industrielle Produktion wurde. Das Museum bewahrt damit nicht nur Technikgeschichte, sondern vermittelt, dass Fortschritt immer von Menschen ausgeht, die bestehende Verfahren hinterfragen und neue Lösungen ausprobieren.
Mit dem 2025 eröffneten Technologietransferzentrum Nürnberger Land ist eine weitere wichtige Verbindung hinzugekommen. Unter dem Leitmotiv „Smart People | Smart Production“ bringt das TTZ der Technischen Hochschule Nürnberg Unternehmen, Wissenschaft und Politik zusammen. Seine Schwerpunkte reichen von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz bis zu modernen Fertigungsverfahren und Fachkräftesicherung. Mehr zum Technologietransferzentrum Nürnberger Land
Damit zeigt Lauf besonders deutlich, wie eine starke fränkische Innovationslandschaft funktionieren kann: Industriegeschichte und Zukunftstechnologien stehen nicht nebeneinander, sondern bauen aufeinander auf. Gewachsenes Produktionswissen trifft auf neue wissenschaftliche Methoden, mittelständische Erfahrung auf Digitalisierung und Automatisierung.
Der Peter-Henlein-Preis setzt noch früher an. Er sucht Ideen, die möglicherweise noch nicht marktreif, finanziert oder für eine klassische Wirtschaftsförderung vorbereitet sind. Gerade in Betrieben, Werkstätten, Bildungseinrichtungen oder bei einzelnen Tüftlerinnen und Tüftlern können Lösungen entstehen, deren Potenzial bislang noch niemand systematisch erkannt hat.
Als Bürgermeister eines traditionsreichen und zugleich zukunftsorientierten Industriestandorts bringt Thomas Lang deshalb eine wertvolle Perspektive in die Jury ein. Er kennt sowohl die Anforderungen der Unternehmen als auch die Bedeutung kommunaler Netzwerke, kurzer Wege und verlässlicher Ansprechpartner.
„Franken braucht keine einzelne Innovationsmetropole. Unsere Stärke liegt in einem Netz spezialisierter Standorte, Betriebe und Menschen. Lauf ist dafür ein hervorragendes Beispiel“, erklärt Roland Weiniger. „Mit Thomas Lang gewinnt die Jury einen kommunalpolitischen Praktiker, der weiß, wie eng wirtschaftliche Entwicklung, Fachkräfte, Bildung und technischer Fortschritt miteinander verbunden sind.“
Der Peter-Henlein-Preis beschäftigt sich mit frühem Erfindergeist, Innovation und neuen Technologien aus Franken.
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